Kreuzwegandachten 2021

Station: Jesus wird zum Tode verurteilt

(Pastor Bernt Förster)

1. Beginn im Namen Gottes             

2. Meditation zu 5. Mose 4/ 9

                   Hüte sehr deine Seele, dass du nicht vergisst die Ereignisse,
                   die deine Augen gesehen haben.
                   Lass deine Kinder und Kindeskinder sie wissen.
                   Meine Seele, mein Herz, mein Verstand nähern sich den Schmerzen
                   der anderen, wollen sie im Herzen halten, das zerspringt.
                   Wir können ohne Gottes Hilfe die Erinnerungen an die Kreuzwege
                   nicht aushalten.
                   Zwischen Schreien, stumm Sein und still Werden,
                   befreie uns zum TUN, diesen Tag und alle Tage. 

3. Vorstellung des Bildes

Der Himmel ist golden gemalt – als Zeichen dafür, dass Gott das Licht in unsere Welt gebracht hat. Wir befinden uns im Palst des Pilatus. Pilatus sitzt auf dem Thron. Ein Soldat mit erhobenem Schwert stützt seine Macht.

Jesus ist am Heiligenschein zu erkennen. Neben, bzw. hinter Jesus sind die Angesehenen des Volkes, die Schriftgelehrten zu erkennen. Sie wirken so, als wollen sie Jesus den Rückzug unmöglich machen. Er muss bleiben wo er ist: Vor seinem Richter, der das Urteil über ihn sprechen wird.

Jesus ist in purpurrot gekleidet. Purpurrot ist die Farbe des Göttlichen. Das Gewand von Pilatus ist bräunlich. Bräunlich ist die Farbe für Menschliches. Ein Gegensatz wird erkennbar.

Obwohl Pilatus auf seinem Thron sitzt ist Jesus größer. Wieder ein Gegensatz. Der große göttliche Jesus steht dem kleinen Menschen, Pilatus genannt, gegenüber.

Und Pilatus wird das Urteil über ihn sprechen.

4. Lesung des Bibeltextes: Johannes 19, 12-16
Von da an trachtete Pilatus danach, ihn freizulassen. Die Juden aber schrien: Lässt du diesen frei, so bist du des Kaisers Freund nicht; wer sich zum König macht, der ist gegen den Kaiser. Da Pilatus diese Worte hörte, führte er Jesus heraus und setzte sich auf den Richterstuhl an der Stätte, die da heißt Steinpflaster, auf Hebräisch Gabbata. Es war aber der Rüsttag für das Passafest, um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Sehet, euer König! Sie schrien aber: Weg, weg mit dem! Kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König außer dem Kaiser. Da überantwortete er ihnen Jesus, dass er gekreuzigt würde.

5. Texte & Auslegung
Pilatus will ein gerechtes Urteil sprechen. Jesus ist unschuldig, so stellt er fest. Aber er wird bedrängt von den Gegnern Jesu. Diese geben nicht nach und fordern seinen Tod. Immer wieder und immer energischer: Weg mit ihm!
Pilatus wird Jesus verurteilen. Es ist ein ungerechtes Urteil, aber das Volk will es so. Und das Volk ist sich einig.
Jesus muss es hinnehmen.
Ihr Lieben! Da ist ein Mitschüler oder ein Kollege. Plötzlich wird über ihn getuschelt. Genaues weiß keiner, aber da muss etwas dran sein. Schnell ist man sich einig: Mit dem stimmt etwas nicht. Und wie der sich verhält? Ganz eigenartig, nicht zu verstehen.
Du bist aber überzeugt, dass das Gerücht nicht stimmt. Aber Du bist allein. Setzt Du Dich für den Einzelnen ein? Bist Du bereit, dich gegen die Vielen zu stellen? Was wird aus Dir werden, wenn Du das wagst? Bist Du gewollt, diese Herausforderung anzunehmen?
Was wäre aus Pilatus geworden, wenn er sich für Jesus eingesetzt und er gegen dem Willen des Volkes geurteilt hätte?
Was wird aus uns, wenn wir uns Einsetzen für das Recht der Anderen?
Wir brauchen Verbündete: Gott, seine Hilfe und das Vertrauen zu ihm. Und wir brauchen Mitmenschen, die mit uns das Unrecht sehen. Die müssen wir uns suchen. Gemeinsam – Gott, wir, und die Mitmenschen – können wir versuchen zu handeln, damit sich das Unrecht nicht weiter durchsetzt.

6. Gebet
                   Lebendiger Gott, wir treten vor dich in Gedenken an die Toten,
                   an Jesus Christus und all die Menschen, die unermessliches Leid erfahren haben.
                   Wir wollen laut aufschreien. Es verschlägt uns die Sprache.
                   Barmherziger Gott, wir brauchen dich, um uns erinnern zu können
                   und um klagen zu können, denn wir können es nicht allein.
                   Wir bitten dich, sei heute bei uns, und hilf uns dabei.

7. Liedruf   „Leises Ahnen von dem Glanz, der diese Welt umschließt.“

8. Segensbitte     

Gott segne dich auf deinem Weg.
Gott behüte dich und deinen Glauben.
Gott lasse den Glanz seiner Liebe leuchten:
In dir, für dich und durch ihn.  Amen    
                       

9. Einladung                 

Gehen wir, geben wir eine Antwort durch unser Leben
und bringen den Frieden.
Tragt diesen Segen weiter! Tragt das Kreuz weiter!
Dank sei Gott dem Herrn.