Kreuzwegandachten 2021

Station: Der Auferstandene

(Jugend - Maximilian Süß)

1. Beginn
Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Ich begrüße euch ganz herzlich zum digitalen Kreuzweg der Jugend. Ich möchte heute als Vertreter des Jugendkreises mit euch zusammen andächtig werden und mit euch durch diese Andacht gehen.       

2. Meditation zu 5. Mose 4/ 9

                   Hüte sehr deine Seele, dass du nicht vergisst die Ereignisse,
                   die deine Augen gesehen haben.
                   Lass deine Kinder und Kindeskinder sie wissen.
                   Meine Seele, mein Herz, mein Verstand nähern sich den Schmerzen
                   der anderen, wollen sie im Herzen halten, das zerspringt.
                   Wir können ohne Gottes Hilfe die Erinnerungen an die Kreuzwege
                   nicht aushalten.
                   Zwischen Schreien, stumm Sein und still Werden,
                   befreie uns zum TUN, diesen Tag und alle Tage. 

3. Vorstellung des Bildes

Zentral im Bild von Klaus Süß ist ein Schiff zu sehen. Es schwimmt auf dem Meer. Auf diesem Schiff befinden sich sieben Männer - Jünger - Fischer. Sie haben ein Netz ausgeworfen. Es ist randvoll mit Fischen. Jesus ist auf den ersten Blick nicht zu entdecken. Er ist versteckt und trotzdem präsent. Jesus zeigt sich durch eines seiner wohl bekanntesten Wunder – die Speisung der 5000. Sinnbildlich dafür steht der Teller in der unteren rechten Ecke des Bildes. Auf diesem Teller liegen ein Brot und ein Fisch. Dieser Teller wird von den ausgestreckten Armen Jesu auf einem Tablett serviert. Jesus ist nicht direkt im Bild, aber trotzdem da.

4. Lesung des Bibeltextes: Johannes 21/1-10

1 Danach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern am See von Tiberias. Er offenbarte sich aber so: Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sprechen zu ihm: Wir kommen mit dir. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten's nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte: »Es ist der Herr«, da gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich in den See. Die andern Jünger aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht fern vom Land, nur etwa zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun an Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer am Boden und Fisch darauf und Brot. 10 Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt!

5. Texte & Auslegung
Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Mit diesem wohl jedem bekannten Sprichwort möchte man jemanden darauf hinweisen, dass er etwas ganz offensichtliches nicht bemerkt oder die einfachste Lösung für ein Problem vor lauter Auswahlmöglichkeiten nicht erkennt. So ging es den Jüngern mit dem Auferstandenen Jesus Christus. Jesus steht am Ufer, die Jünger erkennen ihn aber nicht. Irgendwo ist das auch nachvollziehbar. Schließlich ist Jesus am Kreuz gestorben und begraben worden. Wie sollte es möglich sein, dass dieser Jesus nun auf einmal lebendig vor ihnen steht? Jesus weiß genau, dass er den Jüngern zeigen muss, dass er - der Auferstandene -  vor ihnen steht. Wie sollte es anders sein, wählt Jesus für seine Offenbarung ein Wunder. Die Jünger fangen zur eigentlich typischen Zeit zum Fischen keinen einzigen Fisch. Als Jesus sie am nächsten Morgen dazu auffordert, wieder aufs Meer zu fahren, zeigt dies, dass die Jünger Jesus schon ein gewisses Vertrauen entgegenbringen. Man würde sich als Fischer niemals sagen lassen, wann man fischen sollte und wann nicht. Als die Netze dann doch voll sind, wird den Jüngern klar, wer da vor ihnen steht. Das ist auch ein Appell an uns alle. Manchmal liegt das offensichtliche direkt vor uns, wir brauchen nur jemanden, der uns auf die richtige Bahn bringt. Dieser Jemand möchte Jesus für uns alle sein. Es liegt lediglich an uns, dies zuzulassen.

6. Gebet
Lebendiger Gott, wir treten vor dich in Gedenken an die Toten,
an Jesus Christus und all die Menschen, die unermessliches Leid
erfahren haben.
Wir wollen laut aufschreien. Es verschlägt uns die Sprache.
Barmherziger Gott, wir brauchen dich, um uns erinnern zu können
und um klagen zu können, denn wir können es nicht allein.
Wir bitten dich, sei heute bei uns, und hilf uns dabei.
Amen

7. Liedruf   „Leises Ahnen von dem Glanz, der diese Welt umschließt.“

8. Segensbitte     

Gott segne dich auf deinem Weg.
Gott behüte dich und deinen Glauben.
Gott lasse den Glanz seiner Liebe leuchten:
In dir, für dich und durch ihn.  Amen    
                       

9. Einladung                 

Gehen wir, geben wir eine Antwort durch unser Leben
und bringen den Frieden.
Tragt diesen Segen weiter! Tragt das Kreuz weiter!
Dank sei Gott dem Herrn.