Kreuzwegandachten 2021

Station: Jesus fällt unter dem Kreuz

(von Jan Süß)

1. Beginn im Namen Gottes             

2. Meditation zu 5. Mose 4/ 9

                   Hüte sehr deine Seele, dass du nicht vergisst die Ereignisse,
                   die deine Augen gesehen haben.
                   Lass deine Kinder und Kindeskinder sie wissen.
                   Meine Seele, mein Herz, mein Verstand nähern sich den Schmerzen
                   der anderen, wollen sie im Herzen halten, das zerspringt.
                   Wir können ohne Gottes Hilfe die Erinnerungen an die Kreuzwege
                   nicht aushalten.
                   Zwischen Schreien, stumm Sein und still Werden,
                   befreie uns zum TUN, diesen Tag und alle Tage. 

3. Vorstellung des Bildes

Das Urteil ist gefallen.

Vor kurzem haben sie ihm zugejubelt, beim Einzug in Jerusalem. Aber er konnte nicht liefern, wie man heute sagt. Zumindest nicht das, was sich die meisten wohl gedacht hatten, einer der mit harter Hand mal aufräumt.

Die grölende Menge hat sich durchgesetzt, aufgewiegelt von den Hohenpriestern. Jetzt können wir mal die Macht der Menge zeigen, dem Pilatus da oben. Lieber einen Verbrecher und Mörder freilassen, als diesen Jesus. Wenn so viele um mich herum schreien, muss da wohl was dran sein, oder …?

Jesus ist ausgeliefert.

Die Soldaten treiben ihren Spott und Folter mit ihm. Ein Purpurmantel und eine Dornenkrone für den Judenkönig, Häme und Schläge.

4. Lesung des Bibeltextes: Markus 15, 20-23

20Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus und zogen ihm seine Kleider an. Und sie führten ihn hinaus, dass sie ihn kreuzigten. 21und zwangen einen, der vorüberging, Simon von Kyrene, der vom Feld kam, den Vater des Alexander und des Rufus, dass er ihm das Kreuz trage. 22Und sie brachten ihn zu der Stätte Golgatha, das heißt übersetzt: Schädelstätte. 23Und sie gaben ihm Myrrhe im Wein zu trinken; aber er nahm‘s nicht.

5. Texte & Auslegung
Die Torturen haben Spuren hinterlassen. Die Kraft ist zu Ende. Jesus bricht unter dem Kreuz zusammen. Ein zufällig vorbeikommender Mann muss Jesus helfen, das Kreuz zu tragen. Von einem Moment auf den anderen ändert sich dessen Leben und das seiner Familie radikal. Durch die Namen seiner Söhne wird er näher beschrieben. Offenbar sind sie durch diese Erlebnisse zum Glauben und in die Nachfolge Christi gekommen und damit unter den ersten Adressaten des Evangelisten gut bekannt. Gott ruft uns zum Dienst für ihn oft unvermittelt, in alltäglichen Situationen, so wie es auch Jesus sagte:

„Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“ (Matthäus 25, 40).

Jesus ist den schwersten Weg gegangen, für uns nach Gottes Plan, den Weg ans Kreuz und in den Tod. Sehenden Auges, ohne die Betäubung durch Myrrhe und Wein, im Gehorsam, aber auch Vertrauen an und in Gott, seinen Vater.

6. Gebet

Guter Gott, die Stimmung ist gereizt,
ganz schnell geht es, dass sie sich dreht.
Hilf uns, unseren eigenen Standpunkt zu finden,
nicht blind den lautesten Schreiern hinterher zu rennen.
Du hast uns einen Kopf zum Denken gegeben,
um Recht und Unrecht zu unterscheiden

Mach uns bereit und wachsam, für Dich einzutreten,
in Jesu Nachfolge Gutes zu tun,
auch dann, wenn wir gerade nicht damit rechnen.

Lebendiger Gott, wir treten vor dich in Gedenken an die Toten,
an Jesus Christus und all die Menschen, die unermessliches Leid erfahren haben.
Wir wollen laut aufschreien. Es verschlägt uns die Sprache.

Barmherziger Gott, wir brauchen dich, um uns erinnern zu können
und um klagen zu können, denn wir können es nicht allein.
Wir bitten dich, sei heute bei uns, und hilf uns dabei.

7. Liedruf   „Leises Ahnen von dem Glanz, der diese Welt umschließt.“

8. Segensbitte     

Gott segne dich auf deinem Weg.
Gott behüte dich und deinen Glauben.
Gott lasse den Glanz seiner Liebe leuchten:
In dir, für dich und durch ihn.  Amen    
                       

9. Einladung                 

Gehen wir, geben wir eine Antwort durch unser Leben
und bringen den Frieden.
Tragt diesen Segen weiter! Tragt das Kreuz weiter!
Dank sei Gott dem Herrn.